Donnerstag, 30. Dezember 2010

Kritik des Sarrazin-Buches I: Einleitung und Kernthese

Bitte kauft es nicht! Thilo Sarrazin ist schon reich genug und darf nicht noch reicher werden. Deshalb lese und analysiere ich hier für die Sarrazin-Kritiker eine Kopie des Buches, für die auch ich kein Geld ausgegeben habe.

In der Einleitung verkündet Sarrazin seine drei Kernthesen:

  • Die deutsche Bevölkerung wird voraussichtlich auf 25 Millionen im Jahr 2110 schrumpfen (und auf 3 Millionen im Jahr 2410).
  • Gleichzeitig werden "wir Deutschen" dabei immer dümmer und fauler, weil die Qualität der Neugeborenen abnimmt. Deshalb werden wir weniger leistungsfähig, also ärmer.
  • Dabei spielt die Zuwanderung eine wichtige Rolle. Der Versuch, das Schrumpfen der Bevölkerung durch Zuwanderer (Migranten) auszugleichen, verschärft das Problem des Dümmer-und-Fauler-Werdens.

Montag, 27. Dezember 2010

Selbstkritik eines politischen Journalisten

Bernd Ulrich schrieb in der »Zeit« (16.12.2010) eine erstaunliche Selbstkritik des politischen Journalismus in Form eines Jahresrückblicks.  Er bilanzierte: Odenwaldschule, Migranten und Sarrazin, Wikileaks, Politikerschelte.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Wird Wikileaks überschätzt?

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat verschiedenen, nicht ganz ohnmächtigen Leuten eine Art Krieg erklärt. Viele Wikileaks-Anhänger wundern sich jetzt, dass die Betroffenen sich wehren und zum Gegenangriff übergehen. Besonders übel stieß der sog. Internet-Gemeinde auf, dass Amazon, Visa, Paypal & Co. versucht haben, Wikileaks finanziell auszutrocknen. Derweil meinen manche Beobachter, Wikileaks mache den traditionellen Journalismus überflüssig. Sie dürften sich täuschen.

Samstag, 4. Dezember 2010

Je reicher, desto Arschloch

Der Bielefelder Soziologe Wilhelm Heitmeyer hat bei seiner langfristig angelegten Erforschung von Vorurteilen, Ressentiments und aggressiven Haltungen herausgefunden, dass sich im Jahr 2010 vor allem bei den Menschen mit höherem Einkommen rassistische, sexistische und arrogant-überhebliche Haltungen verstärkt haben. Bericht auf sueddeutsche.de 4.12.2010

Interessant ist dabei ein feiner Widerspruch: Die Elite sieht sich selbst gerne als Leistungsträger und alle anderen als Unfähige oder Schmarotzer. Ihr entgeht, dass eine funktionierende Gesellschaft nicht von extremen Egoisten zusammengehalten wird, sondern von Menschen, die bereitwillig mit ihren Mitmenschen kooperieren und deren Menschenrechte achten. Gerade in dem Punkt sieht es bei den angeblichen Leistungsträgern aber besonders mau aus. Die Elite leistet zu wenig - für die Gesellschaft. Und die Gesellschaft könnte sich fragen, ob sie sich eine solche Elite weiterhin leisten will.

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